Sanfter Tourismus – der Trend zum nachhaltigen Reisen
Hast du beim Reisen schonmal drüber nachgedacht, wie dieser Ort wohl in 20 Jahren aussehen wird? Oder in 50, vielleicht sogar in 100 Jahren? Wir alle lieben es, neue Länder kennenzulernen, fremde Kulturen zu erleben und einfach mal aus dem Alltag auszubrechen. Dabei vergessen wir oft, dass der Tourismus seine Spuren hinterlässt – beispielsweise in Form von Umweltbelastungen. Wie schön wäre es, wenn die nächsten Generationen die tollen Orte, die wir bereisen, später genauso erleben könnten? Aus diesem Wunsch zur Nachhaltigkeit ist der Trend des sanften Tourismus entstanden. Was das genau ist, und wie du selbst nachhaltig Urlaub machen kannst, erfährst du hier!
Sanfter Tourismus: Das steckt dahinter
Vermutlich hast du schon einmal den Begriff sanfter Tourismus gehört – alternativ den Ausdruck nachhaltiger oder naturnaher Tourismus? Gemeint ist damit eine bestimmte Form des Tourismus, die das Ziel hat, Nachhaltigkeit zu fördern. Die Weltorganisation für Tourismus (UN Tourism) formuliert ihre Definition des nachhaltigen Tourismus auf Englisch etwas kompliziert: “Tourism that takes full account of its current and future economic, social and environmental impacts, addressing the needs of visitors, the industry, the environment and host communities.“ *¹
Das heißt übersetzt, dass nachhaltiger Tourismus seine aktuellen und künftigen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen im vollen Ausmaß berücksichtigt und auf die Bedürfnisse der Besucher, der Branche, der Umwelt und der Gastgemeinden eingeht.
Kurz gesagt: Ein sanfter Tourismus schützt Reiseziele in ökologischer und in sozialer Hinsicht. Dabei stärkt er zugleich die Wirtschaftskraft der Zielländer. Somit fördert er idealerweise auch die Lebensqualität und den lokalen Wohlstand vor Ort.
Sanfter Tourismus: Studien bestätigen den Trend
Sanfter Tourismus spielt eine immer größere Rolle in den Reiseplänen der Deutschen. Das zeigen mehrere neueren Studien. In einer umfassenden Erhebung 2023 hat etwa das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) festgestellt, dass mehr als zwei Drittel der Befragten umweltfreundlich und sozialverträglich reisen wollen. Seit 2013 ist dieser Wert von 51 Prozent auf 67 Prozent im Jahr 2023 geklettert. *² Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch das Bayerische Zentrum für Tourismus (BZT) bei einer im Jahr 2022 veröffentlichten Umfrage zum sanften Tourismus. Demnach spielt Nachhaltigkeit bei Urlaubsreisen bei 40 Prozent der Deutschen eine „immer wichtigere Rolle“. *³ Eine weitere BZT-Studie aus 2021 zeigt, dass bereits 33 Prozent der Befragten schon heute „unter den Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit“ reisen.*⁴
Sanfter Tourismus: Die Empfehlungen der alltours Reiseexperten
Eines der Merkmale des sanften Tourismus ist es, bewusste Reiseentscheidungen zu treffen. Dazu zählt auch, sich aktiv mit dem Leben am Urlaubsziel zu beschäftigen – etwa die Landessprache zu lernen (in Grundzügen zumindest), die regionale Küche zu probieren und die Kultur der Einwohner kennenzulernen. Daher liegst du mit unseren Tipps für nachhaltiges Reisen genau richtig.
Beispiel nachhaltiger Tourismus: Tour auf dem Donau-Radweg
Hast du schonmal über eine Reise mit dem Fahrrad nachgedacht? Denn der kann sich richtig lohnen! Du kannst die Natur in deinem eigenen Tempo genießen und minimierst mit jedem gestrampelten Kilometer deinen CO₂-Fußabdruck. Ein spannendes Erlebnis bietet beispielsweise die Fahrt entlang dem Donau-Radweg. Vom Startpunkt Passau in Bayern führt die Radtour rund 320 Km bis zur österreichischen Hauptstadt Wien. Je nach Lust und Laune kannst du in Wien einen Kurzurlaub verbringen und dann dem Donau-Radweg noch etwa 300 Kilometer weit bis nach Budapest folgen.
*² Quelle: Website BMUV: https://www.bmuv.de/pressemitteilung/zunahme-nachhaltiger-urlaubsreisen-aber-weiter-luecke-zwischen-wunsch-und-wirklichkeit
*³ Quelle: Website BZT: https://bzt.bayern/umfrage-reisen-nachhaltigkeit/
*⁴ Quelle: Website BZT: https://bzt.bayern/wp-content/uploads/2021/04/Reisen-in-Zeiten-von-Corona-BZT_April_2021.pdf