Sherry – das flüssige Gold Andalusiens

Sherry – das flüssige Gold Andalusiens

Die mehr als 700 Kilometer sonnenverwöhnte Küstenlinie macht Andalusien zu einem erstklassigen Urlaubsreiseziel. Gleich zwei bekannte Küstenabschnitte rahmen die südlichste Provinz Spaniens ein: die berühmte Costa del Sol, die „Sonnenküste“, und die Costa de la Luz, die „Küste des Lichts“. Traumhaft stille Buchten, dazwischen steilere und felsigere Abschnitten und immer wieder kilometerlange Strände, die ideal zum Sonnenbaden und für Wassersport geeignet sind.

Goldene Beute

 Andalusien liegt am südlichsten Zipfel Europas und wurde maßgeblich durch die Araber beeinflusst – sei es in der Kultur, der Architektur oder der Kochkunst. Und was wäre die andalusische Küche ohne ihre berühmten Weine, insbesondere den Sherrys. Die Phönizier bauten vor mehr als drei Jahrtausenden in der Gegend um Jerez die ersten Rebsorten an. Auch die Griechen und Araber, die ihnen im Laufe der Geschichte folgten, blieben dem Weinanbau treu. Den Weltruhm des Sherrys begründeten allerdings die Briten. Als Sir Francis Drake im Jahre 1587 Cádiz überfiel, schickte er rund 2.900 Weinschläuche des flüssigen Goldes als Beute in seine Heimat, wo der Sherry sofort begeisterte Anhänger fand. Seine Liebhaber finden sich heute auf der ganzen Welt. Hauptabnehmerland der für den Export bestimmten Sherrys ist und bleibt aber Großbritannien.

Amontillado

Der Amontillado ist ein im Solera-System weiter ausgebauter Fino mit ca. 16-18% Alkohol von dunklerer Farbe und vollerem, stark an Nüsse oder Mandeln erinnerndes Aroma. Leicht gekühlt genießen zu Fleisch- und Gemüsegerichten.

Sherry in Likör - Sherryglas auf Holztisch / Foodstyling / Gentlemens Club
Sherry barrels in Jerez bodega, Spain

Von der Traube zum Sherry

Jerez ist wohl der bekannteste Ursprungsort des Sherrys. Seine Weinberge liegen auf weißlichen, kalk- und lehmhaltigen Böden, die als ideale Voraussetzung für die perfekte Reife der Trauben angesehen werden. Sherry wird größtenteils aus den Trauben der Rebsorte Palmino Fino hergestellt. Bei der Verarbeitung der Trauben erhält man zunächst einen trockenen Weißwein, dessen Vergärung durch Zufuhr von Weingeist gestoppt wird. Der Alkoholgehalt des jungen Weines wird so von 11 bis 13 Prozent auf 14,5 bis 15,5 Prozent erhöht. Anschließend wird der Sherry im traditionellen Reifesystem „Solera“ ausgebaut. Hierbei lagert der Wein in Fässern aus amerikanischem Eichenholz, die in drei Reihen aufeinander gestapelt sind. Entnimmt man den unteren Fässern Wein, wird er durch ein Jahr jüngeren aus dem darüber liegenden Fass ersetzt, das wiederum aus dem nächsten Fass eines noch jüngeren Weines aufgefüllt wird. Durch diesen allmählichen Verschnitt nimmt der junge Sherry den Geschmack des älteren an und man erhält über Jahre hinweg eine gleich bleibende Spitzenqualität.

Fino

Sehr trockener Sherry von heller Farbe. Die Gärung des Weins wird mit Alkohol unterbrochen, so beträgt sein Alkoholgehalt ca. 15,5%. Das Erzeugungsverfahren, Solera genannt, sorgt für Langlebigkeit und geschmackliche Stabilität des Sherrys. Fino-Sherry ist in der Regel leicht, sehr hell und trocken. Empfehlenswert zu Tapas und leichten Speisen. Gut gekühlt trinken.

Ripe white grape growing in vineyard in Andalusia, Spain, sweet pedro ximenes or muscat, or palomino grape ready to harvest, used for production of jerez, sherry sweet and fino wines

Der Stolz der Andalusier

 Die Bodegas in Jerez sind die „Kathedralen“ der Sherry-Barone in denen der Sherry  wächst und reift. Typisch für die speziell für die Weinalterung konstruierten, weiß gekalkten Gebäude sind ihre hohen Dächer, die von Säulen gehalten werden. Fast alle stehen Besuchern offen. Täglich finden hier Führungen statt. Nur wenig Licht dringt in die Hallen ein. Die Luft ist geschwängert von einem Mix aus Alkohol und Gewürzen. Und wenn dann der Kellermeister anfängt über seine kostbaren Tröpfchen und deren Herstellung zu erzählen, spürt man, wie viel Stolz und Hingabe Andalusier dem Sherry entgegenbringt.

Manzanilla

Eigentlich eine Unterart des Finos aus Sanlúcar de Barrameda mit einem etwas niedrigeren Alkoholgehalt und eigenem Aroma. Sehr kräftig und nussartig. Eiskalt zu frittiertem Fisch oder Tapas servieren.

Two glasses of sherry with traditional Spanish tapas of olives, salami and a fresh loaf of bread with selective focus to the drinks

Garantiert kein Etikettenschwindel

Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass der Sherry einer Herkunftsbezeichnung unterliegt, deren Einhaltung strengstens durch einen eigenen Kontrollrat überwacht wird. Nur Weine aus dem Städtedreieck“ Jerez de la Frontera, Sanlúcar de Barrameda und El Puerto de Santa Maria dürfen als Sherry bezeichnet werden. Unterteilt werden sie in vier Grundsorten: Angefangen von den sehr trocken Finos, über die halb süßen Olorosos bis hin zu den halb trocken Amontillados mit ihrer breiten Geschmacks- und Farbpalette. Als vierte ist noch der Manzanilla zu nennen, eine spezielle „Unterart“ des Fino aus Sanlúcar de Barrameda.

Oloroso

Neben dem Fino die zweite Grundart unter den Sherrys. Die trockenen Likörweine sind alkoholhaltig (18-20%) und entstehen ohne die typischen Flor-Hefen der Finos. Olorosos sind kräftig und für ihr nussartiges Bukett bekannt, werden aber auch gesüßt als Cream, bzw. Pale Cream, vermarktet. Sie passen hervorragend leicht gekühlt zu Wildgerichten.

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