Mit Tempo 25 nach Mallorca

Mit Tempo 25 nach Mallorca

Zunächst dachten unsere Kollegen vom Online-Servicecenter, es würde sich um eine alltägliche Anfrage handeln. Cornelia Kremers aus Geldern in Nordrhein-Westfalen fragte an, ob es möglich sei, für das Fahrzeug ihres Mannes einen Parkplatz am allsun Hotel Riviera Playa zu reservieren. Das Ungewöhnliche: Der Stellplatz sollte nicht für ein Auto sein.

Als Norbert Kremers am 1. Mai 2019 seine Reise vom Niederrhein in Richtung Süden beginnt, erfüllt sich ein lang gehegter Traum. Er will nach Mallorca, aber nicht mit dem Flugzeug, sondern mit dem Traktor. Inspiriert dazu hat ihn sein TV-Vorbild „Trecker-Willi“, der vor gut zwei Jahren als erster mit seiner Zugmaschine auf die spanische Mittelmeerinsel reiste. Nun will Norbert es ihm gleich tun.

Ein Traum wird wahr

Der ehemalige Bauunternehmer aus Geldern kauft sich einen alten Traktor, den er in Anlehnung an sein Vorbild ebenfalls „Willi“ tauft, und stellt mit seinem Sohn eine Route zusammen. Von Geldern aus will Norbert zunächst über Köln nach Koblenz fahren und dann über die Etappen Straßburg, Lion, Nîmes und Perpignan in Frankreich die spanische Küste ansteuern. In Barcelona angekommen, sorgt eine Fähre dafür, dass Norbert und Willi trocken auf Mallorca ankommen. Soweit so gut.

Die Route von Norbert

Vor den beiden liegt eine ziemliche lange Anreise, eine Strecke von über 1.700 Kilometern bis zur Fähren-Überfahrt auf die Baleareninsel.
Und das bei Tempo 25. Mehr schafft der rote Traktor inklusive Campinganhänger nämlich nicht und Schnellstraßen sind tabu.
Doch das macht nichts. Für die Fahrt hat der 66-Jährige gut vier Wochen eingeplant. Jetzt, wo er im Ruhestand ist, kann Norbert sich die Zeit nehmen.

Planung ist das A und O

Ein typischer Reisetag auf der Tour sieht so aus: Morgens früh aufstehen, den Willis Ölstand checken und gegen 9 Uhr gemütlich losfahren. Nach zwei Stunden Fahrt ist Zeit für eine kleine Rast, bei der sich Norbert die Beine vertritt, ehe er nach einem Ort für die Mittagspause sucht. Gestärkt setzt er sich am Nachmittag noch mal für bis zu drei Stunden auf den Traktor und steuert für die Nacht einen Campingplatz an. „Für den Notfall habe ich eine Liste von insgesamt 95 Campingplätzen, die mein Sohn und ich vorher rausgesucht haben. Planung ist bei so einer Reise das A und O“, so Norbert Kremers.

Unverhofft kommt doch

Ausgestattet mit Navigationsgerät, gedruckten Karten und Werkzeug sind Norbert und sein Gefährte für fast jede Panne gewappnet. Außer einer. An einem Samstag irgendwo auf der Landstraße in Frankreich platzt Willi ein Reifen. Norbert kontaktiert den Pannenservice, dieser ist schnell zur Stelle, allerdings ohne einen Traktor-Reifen. Glücklicherweise findet sich ein Reifenhandel in der Nähe, wo Norbert, der kein Wort Französisch spricht, dennoch Hilfe und einen Ersatzreifen findet.

Unterwegs trifft Norbert  auf jede Menge Gastfreundschaft, kommt mit Einheimischen wie Urlaubern auf den Campingplätzen ins Gespräch, lernt viele Menschen kennen, die ihn das ein oder andere Mal um ein Foto bitten. Wie eine kleine Berühmtheit. Schließlich sorgt der knallrote Traktor für viel Aufmerksamkeit für seinen Besitzer und die kuriose Geschichte dahinter.

Schneller als gedacht

Knapp eine Woche früher als geplant kommen der Gelderner und sein Traktor in Barcelona an. Hier trifft er seine Ehefrau und macht sich mit ihr ein paar schöne Tage, bevor es mit der Fähre rüber nach Mallorca geht.  Am Morgen des 28. Mai ist es dann soweit. Nach nicht ganz vier Wochen Dauerreise kommt Norbert mitsamt Traktor auf Mallorca an. Endlich! Auf die Insel war er schon viele Male gereist, nur eben noch nicht so. Am allsun Hotel wird er vom Regionaldirektor Walter Pint persönlich empfangen und auch das mit der Parkplatz-Reservierung hat problemlos geklappt. Jetzt kann er sich und seinem Traktor eine Pause gönnen, bevor es wieder zurück nach Hause geht.

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